Diese Fragen und Antworten wurden in unseren regelmäßig stattfindenden Videoaustauschtreffen mit unseren Partner:innen in der Ukraine gestellt und von ihnen beantwortet.

Bitte beachtet, dass die Beiträge ausschließlich persönliche Kommentare sind und weder dazu gedacht sind, Informationen zu verbreiten noch bestimmte Aufrufe zu unterstützen. Wir öffnen hier ein Fenster auf die Sicht der Jugendlichen in der Ukraine, die sich über Nacht in einem Krieg wieder gefunden haben, über das wir uns in dieser schwierigen Situation miteinander verbinden können.

Wer hilft euch in der Ukraine?

In Verkhovyna gibt es eine Koordinierungsstelle vom Militär aus, andere organisieren Unterkünfte etc. für Geflüchtete, andere packen freiwillig mit an. Generell werden sie von vielen Organisationen unterstützt. Aktuell suchen sie Unterstützung für Nahrungsmittel und Ausrüstung für Soldaten. Gestern kam humanitäre Hilfe aus Berlin an.

Habt ihr Angst eure Familien oder euer Zuhause zu verlieren?

Noch ist ihr Ort Verkhovyna im Westen der Ukraine „in Ruhe“ gelassen worden. Dennoch besteht die Angst bei den Peers, dass dies im Laufe des weiteren Krieges geschehen kann. Jede:r hat Angst um seine Familie, Freunde und Bekannte. Sie haben Angst vor Raketen und Bomben, denn das wäre schlimmer, als Bodentruppen, die angreifen. Sie bereiten sich auf alles vor, um bereit zu sein.

Habt ihr Zeit euren Hobbys nachzugehen oder geht alles um den Krieg? Wie sieht euer Alltag aus?

Die meisten Schulen und Universitäten sind geschlossen. Viele leben aber auch ihr „normales“ Leben weiter. Das Land ist gerade so vereint wie nie zuvor, alle helfen einander. Es ist ungewöhnlich, viele haben die Chance einen normalen Alltag zu haben, aber entscheiden sich dazu, sich für das Land einzusetzen. Die ukrainischen Peers engagieren sich freiwillig und versuchen dabei global zu denken und lokal zu agieren. Sie checken oft am Tag die Nachrichten, nicht nur aus der Ukraine, auch aus aller Welt und natürlich auch aus Russland. Für ankommende Flüchtlinge organisieren sie verschiedene Projekte, unter anderem psychologische Betreuung. Wenn sie Zeit dafür finden, schlafen sie auch mal. Es gibt aber viel zu tun.

Wie nutzt ihr das Internet?

Sie geben unterschiedliche Interviews an verschiedene Medien und nutzen den Blog https://bridgethedistance.net/ . Russland versucht teilweise falsche Informationen zu verbreiten und dagegen versuchen sie sich zu wehren. Fake-News nützen niemandem was. Deshalb versuchen sie diesen Fluss an falschen Informationen durch Aufklärung zu stoppen. Zusätzlich haben sie eine „IT-Armee“, die der Regierung dabei hilft. Falsche Inhalte werden von ihnen in den Sozialen-Medien gemeldet oder Profile blockiert.

Wie unterstützt ihr das Militär?

Sie unterstützen, indem jede:r mitanpackt, um beispielsweise aus alten Kleidungsstücken Tarnnetze zu flechten, aber auch indem Molotowcocktails für den Fall der Fälle vorbereitet werden. Jede:r packt mit an, alle möchten ihr Land beschützen.

Wie geht es euch gerade emotional? Habt ihr Angst?

Es ist schwer zu erklären und in Worten auszudrücken. Sie haben Angst sich aber zur gleichen Zeit entschieden mutig zu sein. Bei jedem kleinen Geräusch oder die immer wieder losgehenden Sirenen zuckt man kurz zusammen. Die Menschen in Kiew haben deutlich mehr Angst zum Beispiel. Dort versuchen sie aber auch mehr zu kämpfen. In Verkhovyna sind sie weit weg von der Situation, wo es wirklich gefährlich ist, aber innerhalb der letzten 7 Tage hat jede:r vergessen welcher Tag gerade ist. Es ist eine schreckliche Situation, in der vorher niemand von ihnen war.

Inzwischen haben sie aber immer weniger Angst und versuchen kritisch zu denken, falsche von richtigen Informationen zu unterscheiden. Allerdings gab es erst kürzlich auch Explosionen in der Nähe von Iwano-Frankiwsk, wo sich einige von ihnen aufhalten. Das ängstigt sie dann schon. Insbesondere Eltern haben sehr viel Angst um ihre Kinder.

Könnt ihr gut schlafen?

Sekündlich werden alle Kanäle aktualisiert und die Nachrichten gescheckt. Selbst in der Nacht wacht man regelmäßig auf und schaut aufs Handy. Freunde aus Kiew berichteten, dass teilweise bis zu 16-mal der Alarm in der Nacht angeht. Dann müssen sie sich in Kellern und Bunkern in Sicherheit bringen. Wenn der Alarm vorbei ist, gehen sie dann zurück in ihre Wohnungen. Dies passiert bis zu 16-mal in einer Nacht. Einige müssen auch die ganzen Nächte in Bunkern und Kellern verbringen. In Verkhovyna geht es ihnen aber so weit gut.

Wie war eure Flucht?

Am zweiten Tag hat sich ein Peer, der in Kiew studiert, entschieden, mit dem Zug zu fliehen. Sie musste stundenlang am Bahnhof warten, bis sie doch wieder zurück in ihre Wohnung fliehen musste, weil in der Nähe kriegerische Auseinandersetzungen stattfanden. So versuchte sie es am dritten Tage erneut. Der Zug war so voll, dass sich die Türen nicht mehr schließen ließen. Sie ist froh geflohen zu sein, da am nächsten Tag viele Teile der Stadt angegriffen worden sind. Viele hatten aber Probleme sich im Westen in Sicherheit zu bringen, da ganze Städte auf der Flucht sind. Im Westen angekommen lässt der Schock aber dennoch nicht nach, man wird eher noch unruhiger, da man im Osten nicht direkt helfen kann.

Wie können wir euch von Deutschland aus helfen? Bringen Demonstrationen etwas?

  • Wir müssen die Wahrheit erzählen… Freunden, Familie, Bekannten, was wirklich in der Ukraine passiert. Die Wahrheit verbreiten, auch bei Entscheidungsträger:innen in unseren Regionen. Dazu gehören Politiker:innen auf allen Ebenen. In der Gemeinde, der Stadt, im Landtag bis hin zum Bundestag. Verbreitet die Nachricht, dass wirklich ein Krieg herrscht, der von Russland ausgeht. Klärt außerdem die Menschen in eurem Umfeld über Fake-News auf. Diese werden vor allen Dingen von russischer Seite verbreitet, um die ukrainische Bevölkerung in Panik zu versetzen. Es ist wichtig, dass die Verbreitung solcher Nachrichten gestoppt wird.
  • Viele bekannte internationale Unternehmen haben bereits den Betrieb/Vertrieb in Russland eingestellt, andere (auch viele deutsche Firmen) machen jedoch weiter. Diese sollten dazu aufgerufen werden, ebenfalls Konsequenzen geltend zu machen und ihre Filialen in Russland zu schließen oder ihren Vertrieb dort auszusetzen.
  • Durch Demonstrationen fühlen sie die Unterstützung der Welt. Die Unterstützung ist riesig und alle stehen hinter der Ukraine. Nur wenige hingegen unterstützen Russland. Das hat die Menschheit noch nie gesehen, so viel Solidarität und Hilflosigkeit zugleich.
  • Wir empfehlen Spenden an die “großen“ Organisationen.

Was soll die Politik tun?

Die Ukraine mit in die EU aufnehmen. Auch, wenn es nahezu unmöglich ist, sollte man auch russische Produkte boykottieren wie Öl und weiteres. Außerdem könnten auch noch mehr Sanktionen folgen. Die russische Wirtschaft soll leiden, damit auch die Bevölkerung versteht, was Putin gemacht hat und immer noch tut.

Wie soll/kann die ukrainische Armee unterstützt werden?

Hier waren sich die Peers aus der Ukraine uneinig. Vielleicht Hilfe durch die Bereitstellung von Waffen, wobei sie wissen, dass es nahezu unmöglich ist für die westlichen Staaten, in den Krieg mit eigenen Armeen einzugreifen. Dann würde es einen 3. Weltkrieg geben. Die Grenzen sollen aber geöffnet bleiben.

Habt ihr Freunde in Russland?

Nicht mehr! In Verkhovyna ist eine Frau aus Russland, kämpft aber mit für die Ukraine. Von einem der Peers rief die Tante ihre Mutter aus Russland an, um zu warnen: „Erlaube den Kindern nicht, in die Armee zu gehen, Russlands Armee ist groß, die werden sie umbringen“. Viele der Peers haben Verwandte und Bekannte in Russland. Die Leute haben es schwer dort was gegen den Krieg zu sagen. Selbst eine 80-jährige Frau, die in Russland gegen den Krieg in der Ukraine protestiert hat, wurde verhaftet und trotzdem gehen dort Menschen auf die Straße. Ein anderer Peer hat keine Freunde in Russland, aber folgte manchen russischen Influencern in den sozialen Netzwerken, aber als diese zu der Situation nichts gesagt haben, nicht die Wahrheit gesagt haben, da war sie sehr enttäuscht und hat diese dann nicht mehr abonniert. Ein weiterer Peer berichtet, dass russische Verwandte, die im besetzten Gebieten sind nicht verstehen, warum die Ukrainer sich verteidigen.

Habt ihr einen Plan B, wenn der Krieg weiter Richtung Westen kommt?

Die Teamerin der Peers in der Ukraine hat keinen Plan B, dachte aber auch nicht, dass Putin so verrückt wäre, die Ukraine anzugreifen. Sie hat aber ihre Papiere zusammen, falls es schlimmer wird, aber sie ist nicht bereit, das Land zu verlassen. Es können nicht alle dem Land den Rücken kehren, es muss auch Menschen geben, die beim Wiederaufbau helfen. Viele sind bereit, zu kämpfen. Es gibt 2 Pläne: 1. sterben und nicht weglaufen 2. Kämpfen. Erst, wenn Russland den Krieg gewinnt, und sie dann unter russischer Regierung stehen würden, dann würden sie das Land verlassen. Solange das nicht der Fall ist, bleiben sie – komme, was wolle. Bis dahin leisten sie freiwillige Arbeit und helfen ihrem Land, wie sie können.

Verurteilt ihr die, die das Land verlassen?

Nein, das können sie verstehen. Mütter mit Kindern verlassen das Land zum Beispiel. Sie verstehen den biologischen Instinkt, fliehen zu wollen. Gestern verbreitete sich die Information, dass selbst russische Soldaten davonrennen und die Armee verlassen, aufgeben und nicht kämpfen wollen.

Stimmt es, dass Soldaten Geld geboten wurde, damit sie die Seiten wechseln?

Berühmte Menschen haben einen Fond gegründet, damit werden russische Soldaten bezahlt, wenn sie die Seite wechseln. Aber kein ukrainischer Soldat würde die Seite wechseln, nicht für 1 Mio, €. Russland hat gesagt, dass sie Hinterbliebenen von gestorbenen ukrainischen Soldaten 50 Dollar erhalten werden.,

Frage von den ukrainischen Peers an die deutschen: Wie fühlt ihr euch in dieser Situation, habt ihr Angst, dass Putin – sollte er die Ukraine erobern – weitergeht? Zum Beispiel Polen angreift?

  • Es ist beängstigend, dass Putin so viel Macht hat. In Syrien war der Krieg damals wirklich schlimm, ich hoffe, dass das nicht passiert und dass es euch weiterhin gut geht
  • Ich bin in Deutschland und habe hier keine Angst, aber ich bin dankbar, dass ihr mit uns sprecht. Ich glaube Putin wird nicht so weit gehen
  • Ich habe ein bisschen Angst, niemand weiß, was Putin als Nächstes tut

Wie habt ihr die ersten Angriffe erlebt? Wie hat der Krieg begonnen?

  • Die Teamerin der ukrainischen Peers erzählt, dass ihr Freund sie anrief und von dem Bombardement berichtete als der Krieg begann. Weil sie erstmal nicht wusste, was sie tun sollte, hat sie geistesgegenwärtig begonnen, ihre Wohnung aufzuräumen und zu putzen. Erst einige Zeit später hat sie die Situation dann realisiert und sich immer mehr informiert und angefangen freiwillig im Bereich der humanitären Hilfe mitzuarbeiten.
  • Russland wollte einen „schnellen“ Krieg und in drei Tagen die Hauptstadt einnehmen. Die russische Regierung ging davon aus, dass die ukrainische Bevölkerung Angst haben und sofort kapitulieren würde. Stattdessen haben sie um sich herum eine starke Einigkeit gefühlt, ihr Land und ihre demokratischen Werte auf gar keinen Fall aufgeben zu wollen. Die allermeisten haben sofort ihre Unterstützung angeboten, sind in die Armee gegangen oder helfen an anderer Stelle. Viele sind jedoch weiter in die Westukraine geflüchtet und helfen von dort aus.
  • Auch in der Ukraine gab es Menschen, die vor dem Krieg der russischen Propaganda glaubten, den meisten wurde jedoch mit den ersten Angriffen klar, was wirklich die Absicht Russlands ist.

Habt ihr Hoffnung? Was lässt euch durchhalten?

Sie sind motiviert, ihr Land zu schützen und zu verteidigen, weil sie „die Friedlichen“ waren und niemanden angegriffen haben. Russland ist der Aggressor. Alle unter ihnen sind für den Frieden – das motiviert sie sehr und lässt alle zusammenhalten. Außerdem wollen sie europäische Werte vertreten – alle haben das gleiche Ziel, die gleichen Werte. Russland zerstört ihr Land einfach, niemand möchte jedoch freiwillig Russland angehören. Außerdem inspiriert es sie, dass fast die ganze Welt ihnen beisteht, auf ihrer Seite steht. Alle schätzen die Arbeit ihres Präsidenten Selenskyj. Er zeigt keine Angst und setzt sich für ihr Land ein, sie sind sehr stolz auf ihn. 

Ist es im Westen sicher?

Ja, aktuell (Stand 21.03.2022) schon, aber die Situation kann sich jederzeit ändern. Am 24.02.2022, der Nacht der Invasion, gab es auch im Westen Angriffe und das Geheul der Alarmsirenen, in den letzten Tagen sei es jedoch ruhig gewesen. Dennoch gab es Berichte über Beschuss eines Flughafens in der Nähe. In den letzten Tagen gab es jedoch keinen Alarm. Im Westen werden jedoch viele Geflüchtete aufgenommen, die die Kapazitäten der Orte überschreiten. Es mangelt auch hier teilweise an Versorgungsgütern, insbesondere für die vielen ankommenden Kinder. Sie fühlen sich in der Westukraine zurzeit aber sicher. Zehn bis elf Mio. Binnengeflüchtete (von Osten in den Westen des Landes), drei Mio. Menschen haben die Ukraine verlassen und sind in andere Länder geflüchtet. Doch mittlerweile ändert es sich auch hier – wie lange wir noch sicher sind, wissen wir nicht. Binnengeflüchtete wirken sich auf die Schulen aus, dass teilweise doppelt so viele Schüler in den Klassen sind und man nicht weiß, wie man damit umgehen kann / soll.

Wer tritt der Armee bei? Würdet ihr zur Waffe greifen, wenn ihr müsstet?

  • Viele gehen freiwillig zur Armee, auch aus anderen Ländern, teilweise sogar sehr gut ausgebildete Kämpfer, die die Ukraine beteiligen wollen. Die Armee der Ukrainer soll sehr stark und erfahren sein und kämpft daher in der „Hot Zone“, an der Front, die Freiwilligen kämpfen eher außerhalb. Alle Männer zwischen 18-60 Jahren dürfen das Land zurzeit nicht verlassen. Sie müssen bleiben, um das Land verteidigen zu können. Grade sind 50 der lokalen Soldaten in die „Hot Zone“ gezogen
  • Sie selbst würden jetzt nicht kämpfen, sie werden grade dort gebraucht, wo sie sind, um sich in der humanitären Hilfe zu engagieren. Wenn sie zur Waffe greifen müssten, würden sie es aber tun.  Im Vordergrund steht aber ihre freiwillige Arbeit. Dies hilft ihnen auch mental gesund zu bleiben und sich keine Vorwürfe zu machen, dass sie selbst nicht an der Front sind.

Was sollen wir der Welt mitteilen?

  • Russland ist der Aggressor, Ukraine ist Europa
  • Wir sind ein demokratisches Land und wollen Russland nicht angehören
  • Wir wollen unser Schicksal selbst in der Hand haben

Hat das alles euren Blick auf die Welt verändert?

Ihr Leben hat sich schlagartig geändert. Vor dem Krieg haben sie auch über “einfache“ Dinge nachgedacht, jetzt fragen sie sich, wie sie überleben können, wie sie an Nahrung kommen. Der Krieg verändert den Blickwinkel. Nach zwei Wochen wäre es aber wohl zu früh, um alles reflektieren zu können und sagen zu können, inwiefern es ihren Blick auf die Welt verändert hat.

Wie hat sich euer Alltagsleben verändert?

Schule findet jetzt als Online-Unterricht statt. Nach dem Unterricht helfen sie bei der Verteilung von Spenden, knüpfen Tarnnetze, entladen Lastwagen mit Hilfslieferungen, versuchen Fake-News und Propaganda der russischen Seite zu aufzudecken und helfen Geflüchteten. Das hilft ihnen macht sie mental stärker und lenkt ab von den Ängsten und Sorgen.

Nächste Woche werden wir geflüchtete Kinder aus der Ukraine bei uns an der Schule sein. Habt ihr Tipps für uns, wie wir sie am besten unterstützen können?

Gebt ihnen das Gefühl, dass sie willkommen sind. Sprecht mit ihnen! Auch wenn ihr das Gefühl habt, euer Englisch ist nicht gut genug, darauf kommt es nicht an. Aber fragt nicht gleich nach ihren Erlebnissen in Bezug auf den Krieg, ihr wisst nicht, wie traumatisiert sie sind. Sprecht über Musik, Hobbies usw.

Gibt es eine Sache die jeder Mensch in Deutschland wissen sollt?

Die wichtigste Regel der Demokratie: Das Volk ist die Regierung! Jede Meinung zählt, jede:r beteiligt sich an den Geschehnissen in seinem Land und reagiert darauf. Wenn die Regierung nicht gut funktioniert, haben nur die Menschen die Macht, sie zu ändern. Aber die Bevölkerung in Russland hat das vergessen, sie leben immer noch in alten Zeiten, in denen die Diktatur funktionierte. Das ist ein großer Schritt zurück.

Wenn ihr die Chance hättet der russischen Regierung was ins Gesicht zu sagen, was wäre es?

Sie wüssten nicht, was sie ihm sagen wollen würden. Putin würde es nicht interessieren, berühren oder schocken.

Leben Freunde oder Familien von euch in Städten, die angegriffen wurden/ werden?

Ja, sehr viele. In Kiew und anderen Städten – Familie und Freunde. Zu manchen hat man tagelang keinen Kontakt gehabt und die Unwissenheit, ob ihnen was zugestoßen ist, war unerträglich. Manche haben sich tagelang im Untergrund versteckt, was sehr hart war – ohne Essen, Wasser, es war sehr kalt… 

Verbannt ihr Produkte vom russischen Markt? 

Definitiv, sie checken sehr genau, was wo herkommt. Es ist schwierig, alles komplett zu kappen (z.B. russische Firmen), aber sie bleiben hart.