„Normal“ war vor Corona auch schon Krise: Klimakrise

English below

Germany, Ostrhauderfehn: Harald Kleem, 66, teacher

Waldsterben im Harz / forest dieback in „Harz“, Germany

Die „Arche Noah Reloaded“ (mehr dazu hier und im kommenden Blogpost) ist eine Story über den Klimawandel, die wir bei Peer-Leader-International seit einem Jahr in fünf Länder verbreiten. Jetzt wird diese Katastrophe überlagert durch die Corona-Krise, beides weltweite Probleme, die alles und alle erschüttern. 

Wir sind mittendrin in beiden Themen und wissen nicht, was in den beiden kommenden Jahren auf uns zukommt. Aber es lohnt sich, genau zu beobachten, was passiert:

  1. Die Probleme des Klimawandels sind nur schwer in ihrer Dringlichkeit und Bedeutung den Menschen zu vermitteln gewesen. Den Klimawandel zu stoppen ist aber eine Sache, die in wenigen Jahren mit radikalen Maßnahmen erfolgen muss. Stattdessen diskutierten wir in Deutschland über die Minimalmaßnahme „Tempo 130 auf Autobahnen“. Die Schwere der Corona-Krise dagegen haben fast alle Menschen und Regierungen in wenigen Wochen verstanden und radikale Maßnahmen dagegen eingeleitet und akzeptiert, sogar mit dem Risiko eines weltweiten ökonomischen Zusammenbruchs.

  2. Beim Klimawandel haben sich viele Menschen schwergetan, den zigtausenden warnenden Wissenschaftlern Gehör zu schenken. Bei der Corona-Krise haben Wissenschaftler aber doch wieder eine große Aufmerksamkeit. Fakten steuern Politik.

  3. Es gibt durch die Corona-Pandemie viel zu beobachten: Dinge, die vorher wie in Stein gemeißelt schienen, lassen sich im Handumdrehen ändern. Dinge, die vorher undenkbar waren, sind plötzlich eine positive Erfahrung. So ist einerseits die wirtschaftliche Krise eine riesige Bedrohung, der erzwungene Verzicht aber eine Erfahrung, dass auch „weniger mehr sein kann“.

  4. Es gibt jetzt Dinge zu beobachten, die lange Aufmerksamkeit brauchen werden. Dazu gehört die vorübergehende Außerkraftsetzung von demokratischen Regeln zugunsten schneller Handlungsfähigkeit. Wie viel Gehör und Beifall erhalten die Populisten und „starken Männer“ in Zeiten großer Unsicherheit und welches Kraut ist dagegen gewachsen?

  5. Schon jetzt, am Anfang der Pandemie, werden riesige finanzielle Rettungsprogramme für Menschen und System gestartet. Geld scheint kein Problem im Globalen Norden. Wird das auch gegen den Klimawandel so gehen? Sollte man nicht Unterstützungsprogramme jetzt schon an Klimafreundlichkeit koppeln?

  6. Solidarität wird in Krisen auf eine harte Probe gestellt. Helfen wir uns gegenseitig, lokal, regional, national, global? Steuern wir um auch, wenn wir nicht direkt betroffen sind? Behalten wir die Schwächsten im Auge, auch wenn wir selbst in Not sind? Was ist mit den Millionen in Flüchtlingscamps?

Vielleicht ist gegen Corvid19 2020/21 ein Impfstoff entwickelt und wir kehren zurück in Arbeit, Community und Bildung sicher in völlig veränderte Bedingungen. Vielleicht aber sind wir auch klüger geworden für die Gestaltung einer Nachhaltigen Zukunft und packen große Probleme rechtzeitig und gründlich an.

ENGLISH

„Normal“ was already a crisis before Corona: Climate crisis.

The „Noah’s Ark Reloaded“ (more about this here and in the upcoming blog post) is a story about climate change that we, Peer-Leader-International, have been spreading in five countries for a year. Now, this catastrophe is overshadowed by the Corona crisis, both global problems that shake everything and everyone. We are right in the middle of both issues and do not know what is in store for us in the next two years. But it is worth watching closely what happens:

  1. the problems of climate change have been difficult to communicate with people in their urgency and importance. However, stopping climate change is one thing that will have to be done in a few years with radical measures. Instead, we in Germany discussed the minimum measure „130 km/h on motorways“. The severity of the corona crisis, on the other hand, has been understood by almost all people and governments within a few weeks and radical measures against it have been initiated and accepted, even with the risk of a worldwide economic collapse.
  2. Many people have found it challenging to listen to the tens of thousands of warning scientists on climate change. But in the case of the corona crisis, scientists are once again paying close attention. Facts guide politics.
  3. There is a lot to observe due to the corona pandemic: Things that once seemed to be set in stone can now be changed in an instant. Previously unthinkable things are suddenly a positive experience. On the one hand, the economic crisis is a huge threat, but forced renunciation is an experience that „less can be more“.
  4. There are things to observe now, that will need long-term attention. These include the temporary suspension of democratic rules in favour of rapid action. How many listeners and applause do populists and „strong men“ receive in times of great uncertainty, and ‚what herb has grown against it‘ (is there a cure)?
  5. Already, at the beginning of the pandemic, huge financial rescue programmes are being launched for people and the system. Money seems to be no problem in the ‚Global North‘. Will this also work against climate change? Shouldn’t support programmes already be linked to climate-friendliness?
  6. Solidarity is put to the test in crises. Do we help each other, locally, regionally, nationally, globally? Do we change course even when we are not directly affected? Do we keep an eye on the weakest, even when we are in need? What about the millions in refugee camps?

Maybe a vaccine has been developed against Corvid-19 2020/21 and we return to work, community and education safely in completely different conditions. Or maybe we have become smarter about building a sustainable future and are tackling major problems thoroughly and in time.

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